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Bon Voyage - Karlsbad

Weil ein Jahresurlaub unserer Autorin Isabel nicht genügt, packt sie für gewöhnlich aller paar Wochen ihre Taschen und Koffer, um neue Orte zu entdecken. Manchmal auch nur für eine Nacht – egal. So lässt sich Fernweh eben auch ganz gut stillen. Wo es zuletzt hinging, was sich lohnt und was nicht, verrät sie in “Bon Voyage”.


Kleine Erholung gewünscht? Ein Weekend Trip? Kurzurlaub mit den Mädels oder eine Solo-Tour, ohne dass das Budget zu sehr leidet? Meine Idee:

Urlaub im Osten. Nicht nur im Osten Deutschlands, sondern im Osten Europas. Als jemand, der in Sachsen aufgewachsen ist und für den es damit bereits von klein auf zu sämtlichen Jugendherbergen, Skiausflügen, Silvesterpartys oder Wochenenden nach Krakau, Prag, Breslau oder ins Riesengebirge ging, weiß ich um die Schönheit von Tschechien und Polen.

Auf der anderen Seite komme ich (Achtung Klischee!) – ganz in Carrie Bradshaw-Manier – nicht umhin, mich zu fragen, ob andere auch wissen, wie schön, stilvoll und vergleichsweise preiswert es sich hier urlauben lässt. Ist Osteuropa beim Thema Reisen schon in den Köpfen der Menschen angekommen? Zugegeben: Das Image war schon mal besser. Eben nicht exklusiv oder instagramable genug. Blödsinn, sage ich. Alles eine Frage der Perspektive.

Unterschätzt: Bon Voyage im Osten

An dieser Stelle sollte ich mich vielleicht kurz einmal etwas genauer vorstellen, immerhin ist dies der erste Teil meiner kleinen, aber hoffentlich feinen Kolumne. Mein Name ist Isabel, ich arbeite als Journalistin und Social Media Managerin im TV, Print und Online, bin also eine mediale Grenzgängerin und beschäftige mich in meiner Freizeit – so platt es auch klingt – mit den schönen Dingen des Lebens. Heißt: Ich mache es mir gern nett. Am liebsten mit toller Mode, gut geschriebenen Büchern und regelmäßigen Entdeckertouren. Bei Letzteren haben es mir vor allem architektonisch adrette (und gern altehrwürdige) Städte angetan. Da dieser erste Artikel also eine kleine Vorstellrunde ist, habe ich eine Stadt gewählt, die mir – ich hoffe, so vermessen darf ich sein – durchaus ähnlich ist. Denn wäre ich ein Reiseziel, dann …

 … vielleicht Karlsbad.

Karlsbad who? Kenne ich nicht. Claudia kennt sie auch nicht. Sie war nie in Paris. Nun denn – es sei euch verziehen. Ohne jetzt zu sehr auszuholen: Karlsbad ist klassisch schön, dekadent, altehrwürdig, glitzernd, pompös, amüsant und irgendwie auch vertraut. Quasi die Elizabeth Taylor der Städte. Ich weiß, wovon ich rede.

Kleiner Faktencheck: Karlsbad oder Karlovy Vary wie die Tschechen sagen, gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten der Welt. Berühmte Kurler: Kaiserin Sisi, Richard Wagner, Franz Liszt, Sigmund Freud, Goethe, Morgan Freeman und Michael Douglas. To name a thew…

Gekurt habe ich hier noch nie. Eher flaniert, geshoppt, gegessen und gut gelebt. Vielleicht hier und da mal ein Schlückchen aus einer der zwölf heißen Quellen genommen. Stilecht aus den Karlsbad-typischen Schnabeltassen. Ein schönes Souvenir by the way (lasst euch nicht über den Tisch ziehen: zahlt nie mehr als acht Euro). Aber ich überspringe schon wieder die wichtigsten Themen. Also von vorn:

 

 

Where to stay


Die Anreise ist easy, denn Karlsbad ist gut erreichbar direkt hinter der tschechischen Grenze gelegen. Entweder man fährt mit dem Auto (ohne Plakette) oder mit dem Zug. Abfahrt am besten von Dresden aus. Hier erwischt man täglich aller zwei Stunden einen Zug Richtung Karlsbad.

Den Kurort selbst umweht noch der Glanz von k. u. k.-Zeiten. Meine Meinung also: Wenn man schon in so einer altehrwürdigen Stadt residiert, dann richtig. Auswahl gibt es genug. Wer es ganz klassisch und (für Karlsbad angemessen) luxuriös liebt, steigt im Grandhotel Pupp ab. Fun Fact: Das “Pupp” war Vorbild für die Gestaltung des Grand Budapest Hotels im gleichnamigen Film von Wes Anderson. Außerdem wohnte hier quasi schon James Bond, da hier Szenen für “Casino Royale” gedreht wurden.

Einen Zacken moderner geht es im Design- und Boutique-Hotel Prezident zu. Im cleanen Ambiente dreht sich alles um Wellness, Detox, Erholung und die Regeneration mit den städtischen heißen Quellen. 

Zentral, preiswert, hübsch und somit perfekt für einen kurzen Citytrip ist das Hotel Salvator. Ein Schritt vor die Tür und man befindet sich direkt auf der Shopping- und Gastromeile der City.

 

Places to be

Ihr wollt die Essenz von Karlsbad verstehen? Dann gönnt euch als erstes einen Kaffee mit Schuss und ein Törtchen im Café Elefant – aber unbedingt draußen auf der Sonnenterrasse oder auf dem Balkon. Gesehen und gesehen werden – ihr versteht schon.

 

Das Café wurde 1715 eröffnet, ist also eine Karlsbader Ikone und die Patisserie ist wirklich ausgezeichnet. Mein Favorit sind die Pistazien-Törtchen mit weißer Schokolade, Vanille-Mousse, Pistazien-Nougat und Himbeeren. Auch gut: die hauseigene Elefanten-Torte. Dazu ein Kaffee mit Waffel-Likör und Schlagobers. Tipp: Unbedingt reservieren. Es gehört schon eine gehörige Portion Glück dazu, um gleich einen Platz zu ergattern.

 

Ansonsten gibt es keine Dos and Don'ts. Karlsbad ist so klein, dass man automatisch im Zentrum der City ist und hier kaum um die Hotspots herumkommt. Zu einem typischen Aufenthalt gehört aber auf jeden Fall ein Spaziergang durch die Weißen Kolonnaden.

 

Probiert außerdem eine Karlsbader Oblate aus. Aber unbedingt frisch zubereitet und noch warm direkt auf die Hand!

Auch schöne Shops gibt es hier genügend. Vor allem Liebhaber von dekadenten Schmuck, Taschen und Porzellan kommen auf ihre Kosten. Etwas ungewöhnlich, aber hier durchaus gängig: Im Geschäft ruhig etwas um den Preis feilschen, da geht immer noch etwas.

Männer kommen im Nareis’ auf ihre Kosten. Die Men's Boutique verkauft extravagante, selbst designte Herrenmode.

Culture Club 

Jeder kennt die Filmfestspiele von Cannes. Das tschechische Pendant ist aber auch nicht schlecht und findet in – na, wer hätte es gedacht – Karlsbad statt. Anfang Juli zieht es Filmschaffende aus der ganzen Welt zum Internationalen Filmfestival Karlovy Vary. Die Stars steigen (natürlich) im Pupp ab.

Die Stadt trumpft in der einwöchigen Festival-Woche optisch noch einmal mehr auf. Dadurch, dass Karlsbad so grün ist und die Promenade entlang der Teplá mit Palmen gesäumt ist, kommt tatsächlich südliches Flair á la Cannes auf. Sehr lohnenswert. Meine liebste Beschäftigung in dieser Zeit: Mit einem Limoncello Spritz am Wasser sitzen und Menschen beobachten.

Packing List

Die Karlsbader und ihre Touristen sind schick  – wenn nicht sogar stylingtechnisch etwas drüber. Wer wie ich im Zweifel immer etwas overdressed ist und generell nach dem Motto “ein Accessoire geht noch” lebt, kann sich hier richtig austoben. Do’s: feminine Schnitte, Farben, lebensbejahende Muster und: Flaches Schuhwerk. Die Straßen sind fast alle gepflastert und vertragen sich nicht mit Absätzen.

 

Mein unverzichtbares Highlight auf der letzten Reise: Meine nagelneue Olympus PEN E-PL10. Klein wie ein Smartphone, konnte ich die Kamera in alle meine viel zu kleinen Taschen verstauen und dennoch tolle Fotos schießen.

Geshoppt

… habe ich gar nicht mal sooo viel. Um genauer zu sein: Zwei Pieces. Einmal ein Maxidress mit goldenen Details am Ausschnitt von Claire Luise, dass meiner Meinung nach perfekt ins Ambiente passte und deshalb auch prompt noch in Karlsbad ausgeführt wurde. Und zum anderen den Bildband “Mehr ist mehr. Die Mode der einzigartigen Iris Apfel.” (Midas Collection, 39 Euro). Jeder Look darin ist in seiner Dekadenz und Aufwendigkeit ein wahrer Augenschmaus. Dopamin für die Augen – wie die Stadt selbst. Ein schönes Schlusswort findet ihr nicht auch?

In diesem Sinne: Sbohem und Bon Voyage!

Eure Isabel

 


 

Isabel Sophie Möller ist Journalistin für TV, Print und Online. Genauso ungern, wie sie sich für eine Plattform für ihren kreativen Output entscheidet, lässt sie sich auf ein Thema zum Schreiben festnageln. Mode oder Beauty? VIPs oder Royals? Bücher oder Netflix? Food oder Reisen? Man kann doch an alles sein Herz und seine Gedanken verschenken. Das macht sie auch – am liebsten in ihrer Reise-Schrägstrich-Lifestyle-Kolumne “Bon Voyage”, in der sie ihre Leser monatlich mit auf eine ihrer Entdeckungstouren nimmt. Mehr von Isabel gibt es auf ihrem Instagramaccount @the_italian_bazaar

 

 

Tagged: Reise, Karlsbad

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