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Rom sehen und für immer bleiben

Ich war ewig nicht mehr in der ewigen Stadt Rom. Und wenn man, wie ich jetzt Patchwork lebt, hat man plötzlich lange Feiertagswochenenden, an denen man im Mai und Juni wunderbare Städtetrips planen kann. Rom – da kamen mir natürlich gleich  Bilder aus den Klassikern „La Dolce Vita“ von Frederico Fellini oder „La Grande Bellezza“ von Paolo Sorrentino in den Kopf. Ich sah mich schon im Bikini à la Ekberg im Brunnen Trevi waten oder im SoSue Dress wild tanzend auf einer römischen Society Party wie in „ La Grande Bellezza – die große Schönheit“. Sorrentino hätte sich keinen besseren Titel für seine kritische  Gesellschaftstudie über Rom (aus dem Jahr 2013) aussuchen können – und ich nahm mir vor, Rom durch seine Augen zu betrachten - Zumal ich bei echten Römern, gleich neben der spanischen Treppe Herberge fand.

 

 

Rom begrüßte mich mit einem, wie in sepia eingefärbten „Film-Himmel“ und als mich der Taxifahrer am Kolosseum vorbeifuhr, dachte ich tatsächlich, Ben Hur kommt gleich in einem Streitwagen vorbeigerast. Ein Donnergrollen, als ob die römischen Götter im Himmel Kegel spielen, kündigte meinen Besuch an (OMG – das habe ich nicht wirklich geschrieben...). Ein kleiner Drink auf der Dachterrasse meiner Bleibe erzeugt in mir schon wieder so ein deja vue – Film - Erlebnis. Freunde von Freunden führten mich ins beste Fischrestaurants Rom’s aus. (Achtung: Jedes Restaurant ist das beste Restaurant. Der Römer denkt und spricht immer gern in Superlativen) Natürlich war das Essen exzellent – auch wenn die Burrata zäh wie Kaugummi war. Aber angeblich soll die in Rom so sein und sie zählt natürlich zu den besten Burratas Italiens! Das Muschel-Tartar schmeckte etwas glibschig – aber auch das soll hier eine absolute Delikatesse sein. Genauso wie die rohen Artischocken und die dicke Pizza. Die Italiener feiern ihr Essen und der Römer noch mal ganz besonders. Ich war aufgeregt und wollte früh schlafen gehen, denn Rom war Neuland für mich und ich habe so viele Tipps von meinen Followern bekommen, von denen ich möglichst viele abarbeiten wollte. An neuen Orten wache ich immer unruhig und super früh auf. Ich muss dann das Territorium einmal durchjoggen, um eine Orientierung zu gewinnen: Ich also die spanische Treppe rauf und links in den Park Pincio Dieser Park ist so unfassbar schön – eine grüne Oase über der Stadt. Der Blick raubte mir für einen Moment den Atem und über die Dächer schweifend wirkte die 5,5 Millionen Stadt wie ein monumentales Miniaturwunderland. Ich lief weiter vorbei an den marmornen Gründungsvätern der Stadt Richtung Villa Borghese – einigen von ihnen waren ohne Kopf oder von Efeu umrankt. Aber die meisten sahen sehr römisch aus – mit Lorbeerkranz und signifikanter Nase und ich musste plötzlich an Asterix & Obelix denken; wie sie dank Zaubertrank und mit Hinkelsteinen Römer bekämpften. Die fehlten hier noch an der zu Stein gewordenen Büsten-Allee!

 

Nach dem Frühstück spartanisch mit Kaffee & Brioche reihte ich mich den Touristenstrom Richtung Trevi Brunnen. Das Bild von der Ekberg im Brunnen schlug ich mir schnell wieder aus dem Kopf. Rund um den dichtbesiedelten Trevi herrschte eine Art babylonisches Stimmengewirr. Und die Plätze am Rand waren von Bloggern besetzt, die sich von ihren Insta-Hubbys in Position bringen ließen. Ständig schrillte eine Trillerpfeife von unsichtbaren Aufpassern, wenn die Massen dem Wasser zu nahe kamen. Soviel zu Fiktion und Film. Ich reihte mich wieder ein in die Schlange Richtung Pantheon. Zum Glück ist alles fußläufig und schnell zu erreichen, der Eintritt ins Pantheon ist frei und fließend – und einmal unter der freien Kuppel stehend, vergesse ich Zeit und Raum. Es ist plötzlich ganz Still und wie im Zeitraffer sehe ich alle anderen Menschen an mir vorbeiziehen. Es ist auch mir völlig unbegreiflich, dass durch die runde Öffnung in der Mitte der Kuppel zwar immer viel Licht aber niemals Regen in das Innere des Pantheons gelangt. Magic. Ein wahrhaft imposantes Monument in dem ich stundenlang verweilen könnte aber meine innere Entdecker-Uhr drängt mich weiter zur Piazza Navona, wo es gleich drei verschiedenen Springbrunnen gibt – überhaupt scheint Rom die Stadt der Brunnen und Trinknasen zu sein. Mir kommt das sehr zu Gute und ich halte meine Füße gern zwischendurch mal ins kalte Wasser. Zum Glück habe ich Sneaker dabei: Das römische Kopfsteinpflaster ist flächendeckend ein echter Heelskiller. Trug Audrey Hepburn in „Ein Herz und eine Krone“ nicht auch Ballerinas? Und die Sophia Loren? Die hat sich bestimmt nur für die Filmaufnahmen in ihre Stilettos gezwängt.  Ich brauche eine Pause und esse in einer der Pizzerien, die ihr mir auf Instagram empfohlen habt. Auch das Buch über Rom von Stefan Ulrich habe ich immer dabei und so schaue ich abwechselnd auf eure Tipps im Handy und ins Buch. Trastevere und Monti als bezaubernde individuellere Stadtteile stehen ganz oben auf meiner Bucket-List. In Trastevere suche und finde ich die Bar S.Calisto in der auch eine Szene aus „La Grande Bellezza“ gespielt wurde. Alle, und ich meine wirklich alle trinken Campari Spritz oder Bier. Hier mischen sich Einheimische und Touris der intellektuellen Sorte. Die Preise sind erstaunlich günstig – das gilt übrigens für viele Restaurants und Bars abseits der Touristenfallen.

Der Römer würde sich schämen für einen Cappuccino Euro 3,50 zu verlangen. Von der Bar und dem ausgedehnten Aperitivo geht es weiter ins Restaurant. Im Trattoria dal Gab.Gino gibt es die beste Pasta Roms. Ich nehme à la Casa: Penne mit angeschmorten Artischocken. Die sind hier so knusprig wie Frühstücksspeck. Der Hauswein macht mich nach dem langen Tag ziemlich tipsi und so muss die römische Nacht auf mich verzichten. Am nächsten Tag geht’s gleich zur Sache: inspiriert von Micheles Gucci Show in Rom vor ein paar Tagen und dem großen Gucci Store in der Via die Condotti suche ich nach den schönsten Second Hand Läden der Stadt. In Vinatachic werde ich tatsächlich fündig: Tipptopp gepflegte und gereinigte Kleider aus den 30iger bis 70iger Jahren zu bezahlbaren Preisen. Ich muss aufpassen, dass ich nicht in einen römischen Kaufrausch gerate und wäge ab, was ich auch in Hamburg anziehen würde. Aber nur zu gern lasse ich mich von meinem römischen Style-Inspirations-Konglomerat aus Filmen, Gucci und Kulisse verführen und ich kaufe ein langes graues Tunika-Kleid aus den 30igern und ein schönes Hippie Kleid aus den 70igern, dass sehr Contemporary Gucci aussieht. Ja, bewusst oder unbewusst: Ich kleide mich gern im Spirit einer Stadt. Ich zolle ihr so meinen Respekt, mache mich hübsch für sie und huldige so den unfassbar historischen Monumenten und deren Bewohnern.

Denn überall – egal wohin ich auch blicke, ist es schön; ob es der kleine Barbershop an der Ecke ist oder die Bäckerei in einem Hinterhof, an den Ufern des Tiber oder beim schnellen Espresso an der Bar: mein Auge ist entzückt und ich könnte es noch ewig umherschweifen lassen in der ewigen Stadt. Aber das Wochenende ist viel zu kurz, alles zu erfassen und ich verspreche mir wieder zu kommen. Der Taxifahrer, der mich zum Flughafen bringt versteht meine Begeisterung nicht – die Römer wollen lieber außerhalb wohnen – modern und nicht umzingelt von altem Gemäuer. „Die Stadt ist nicht für so viele Millionen Menschen konzipiert und platzt aus allen Nähten“, erklärt er mir. Ja, da hat er wohl Recht und mit dem Auto durch die engen Gassen, an jeder Ecke eine Baustellung oder Ausgrabung, ist zum Arbeiten nur bedingt ein Vergnügen. Aber er lächelt bei seiner Kritik und zwinkert mir aufmunternd zu wieder zu kommen. La bella ragazza sagt er noch, bevor er mir meinen Koffer gibt und ich denke: You made my day.

 

All Eure Tipps (und noch viel mehr) findet ihr auf unserem Instagram unter den gespeicherten Stories. Viel Spaß beim Lesen und entdecken

 

Stay tuned – Eure SoSue


Tagged: Travel , Rom, Italien

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