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London - die neue Stadt der Liebe oder Mission Possible

 

Ein verlängertes Pfingstwochenende in London, auf dem Programm standen Termine mit Designern, Vintage Scouting für die nächste Kollektion und selbstverständlich der Besuch bei nahen Freunden. Dass die Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Henry ausgerechnet an diesem Wochenende war, hatte ich bei meiner Planung nicht auf dem Schirm, Ehrenwort!

Umso schöner war es dann die Stadt so verzaubert zu sehen. Und obwohl die Hochzeit außerhalb in Windsor stattfand, war London von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Shops mit dekorierten Gruß-Herzen und Menschen mit Union Jack Fahnen winkten vom Straßenrand. BBC sendete 24/7 aus dem Leben des zukünftigen Prinzen-Paares. Ob man wollte oder nicht, das Love- Happening schien ausnahmslos jeden zu infizieren, die Menschen lächelten sich an und die Stadt befand sich in einer schillernden Euphorie-Blase.

London, ausgerechnet just vor dem viel besprochenen Brexit, war ein einziges globales Sommermärchen und schien die perfekte Kulisse für die Protagonisten eines frischen Netflix-Knüllers: Die Afro-amerikanische „Suits“-Darstellerin Meghan Markle sparkle aus einfachen Verhältnissen und ihr Harry- Prinz auf dem Schimmel. Märchen werden eben selbst im 21. Jahrhundert noch wahr!

Die moderne Krone setzt auf Liebe und inszeniert den Verzicht auf Tradition und Konfession. Aus meiner Sicht die wirkungsvollste Firewall gegen Dünkel von Brexit-Befürwortern, die schienen sich nämlich durch die Liebeshochzeit in Luft aufgelöst zu haben. Schließlich stimmten die jüngeren Semester der Briten, das belegte die Statistik, mehrheitlich gegen den Austritt.

Es ist schon absurd, sich vorzustellen, dass diese Weltmetropole nicht mehr zu Europa gehören soll. Für mich wäre das gerade so, als ob Frankreich wieder Monarchie würde oder wir in Berlin eine neue Mauer bauen. Vielleicht bin ich ja zu naiv und ich diskutiere auch nicht auf Augenhöhe mit Hedgefonds Managern oder Spin Doctors, um die Lage und Zukunft politisch und wirtschaftlich wirklich beurteilen zu können. Aber auch Freunde von mir, die in London leben und arbeiten, fürchten um die Veränderungen und im Grunde genommen ist diese Entwicklung doch ziemlicher Bullshit, das jedenfalls sagt mir mein Bauchgefühl. Bedauerlich, dass es keine Abstimmung nach dem Wahl-„hangover“ geben wird, das wäre eine zweite Chance ohne Gesichtsverlust und ich wette den Inhalt meines Kleiderschranks, dass die Sache pro Europa ausgehen würde.

Vielleicht genieße ich auch deshalb etwas wehmütig diese besonderen Love-bubble-Tage in London, sauge alle Eindrücke auf, laufe barfuß durch den Kensington Park, füttere die Papageien, esse Hash Brown im Chiltern Firehouse in Marylebon und Schalentiere im Scott’s in der Mountstreet. Abends trinken wir „Skinny Bitches“ im schönen Club 5th Hartford und frühstücken bei Meister Otto Lenghi in Nottinghill. Die tollsten Secondhand Läden sind übrigens in der Bricks Road im East End und bei Selfridges verschaffe ich mir in der wohl weltgrößten Denim-Abteilung einen Überblick über die neusten Styles und Materialien.

Springtime rules in London, die Natur steht in voller Blüte, die hochherrschaftlichen Jugendstilhäuser stehen wie frischgeputzte Zähne in Reih und Glied. Das ehemalige Claudia-Schiffer-Haus an der Portobello Road steht gerade frei und soll für 18 Millionen Pfund verkauft werden, ein Schnäppchen. No Brexit fear here! Das ist das Wunder der Mega(n)-Metropole: Das Leben geht immer weiter – die Spekulationsblase scheint nie zu platzen.

Ich jedenfalls schließe dieses London mit der Weltbürger-Wedding-Zeremonie in mein Herz, sie stellte zumindest für einige Tage den Brexit komplett in den Schatten.

 

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  • Kommentar

    <p>Hach Sue, da bekomme ich direkt auch Lust auf London! Mein Mann ist nächste Woche dort und ich kann nicht mit?. Da kam es mir gerade recht, dass Du wieder so schöne Eindrücke „zu Papier“ gebracht hast!<br/>Thanx! Es war wie immer sehr kurzweilig erzählt?</p>

  • Kommentar

    <p>...und es gibt so günstige Flüge dorthin. Es ist nicht weit und doch eine andere Welt.</p>