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Ich habe eine Farm in Afrika - Teil 1

Ich habe keine Farm in Afrika, aber ich habe einen Traum: Seitdem ich Kinder habe, einmal mit ihnen in die Weiten Kenias zu fahren und ihnen ursprüngliches Leben zu zeigen. Tiere in freier Natur und den Kreislauf des Lebens „und im ewigen Kreis dreht sich unser Leben. Dem Gesetzt der Natur sind wir geweiht. Wir sind Teil dieses Universums und das Leben ein ewiger Kreis.“


Teil 1

Nairobi empfängt uns mit pechschwarzer Finsternis und wie kleine blasse Ameisen purzeln wir aus dem fetten holländischen Jumbo. Irgendwann, irgendwo rollt unser 15 Kilogramm leichtes Gepäck auf dem Kofferband ein und dann stürzen wir uns in das Abenteuer Afrika.

Erste Station: Das Giraffe Manor 148, ein ehemaliges Atelier des afrikanischen Maler Antonio Trabinski. Ein Papagei begrüßt uns gepaart mit anderen Tiergeräuschen, die wir nicht orten können. Ausatmen, Ankommen und Einschlafen – mehr geht grad nicht. 

Aufwachen in der Sonntagsruhe Afrikas fühlt sich schon ein bisschen, wie zu Hause an - eben nur viel exotischer mit all den Tiergeräuschen vor der Tür. Wir sind die einzigen Gäste an diesem Morgen und lernen bei einem ausgiebigen Frühstück unsere ersten Sätze Swahili: „Jambo Jambo-Hallo“ und „Asanti Sana – vielen Dank“ werden von nun an geflügelte Worte für uns sein.

Wir starten den Tag mit der Giraffe Manor und dürfen die seltenen Rothschild Giraffen füttern. Es regnet – aber weder den Tieren noch uns macht das etwas aus. Nie werde ich die Zartheit der Giraffenlippen mit ihrer rauen, langen Zunge auf meiner Hand vergessen, als ich sie füttere. Nur allein dafür hat sich die weite Reise schon gelohnt. Wir sind im Glück und könnten hier den ganzen Tag verweilen und diese eleganten Tiere mit den schön-sanftmütigen Augen beobachten...aber ich möchte noch zu Karen Blixen – das habe ich mir gewünscht. Ich weiß nicht, wie oft ich „Jenseits von Afrika“ gesehen habe – die Bilder sind sehr präsent. Ich erkenne das Mbogani-Haus sofort wieder. Es ist nicht kleiner aber auch nicht größer, als im Film. Es ist genauso, wie in meiner Vorstellung. Nur die Location ist anders. Im Film schien die Farm im Nirgendwo. Real ist sie in einem (mittlerweile) „schicken“ Vorort der Stadt. Und alles heißt hier „Karen“. Karen-Straße, Karen-Schule, Karen Einkaufszentrum....

Karen scheint die Schirmherrin Nairobis zu sein. Das Innere des Hauses ist eine Offenbarung für mich: Viel kleiner und europäischer als im Film. In der Eingangshalle mit Sitzecke steht ein französischer Paravent mit vielen Zeichnungen. Daraus durften sich Gäste ein Image aussuchen und Karen begann dann eine ihrer berühmten Geschichten zu erzählen. Die Dänin galt als absolute Exotin und Exzentrikerin. Badewasser wurde an weit entfernten Feuerstellen erhitzt und jeden Morgen in ihr Boudoir getragen. Sie besaß als Einzige ein Telefon, das ähnlich wie ihre Kuckucksuhren gehegt und gepflegt wurde. Telefoniert hat sie damit nie – niemand sonst hatte in Kenia ein Telefon! Im tropischen Garten des Anwesens setze ich mich auf Karen Lieblingsbank und sehe was sie sah: Die Ngong-Berge, wo ihr Geliebter Denys Finch Hatton begraben liegt. Ich probiere nachzuempfinden, wie sie gefühlt haben muss, nach 17 Jahren Aufbau einer Firma und loslassen einer großen Liebe. „History repeats itself“. Immer und immer wieder. Karen sammelt all ihre Kraft und macht aus dem Scheitern (Ehe, Syphilis, bankrotte Kaffeeplantage, Tod ihrer großen Liebe) einen Siegeszug: Sie verarbeitet ihre Erlebnisse in ihren Erzählungen und Afrika lebt so für sie weiter. Ihr Buch wird in 27 Sprachen übersetzt und ganze Stadtteile in Afrika sind heute nach ihr benannt.

Tief bewegt reiße ich mich vom Anblick der Berge los – die Kinder haben Hunger und wollen noch ihre adoptierten Baby-Elefanten im Elefanten-Waisenhaus besuchen.

Ich hingegen bin neugierig ein wenig Stadt zu erhaschen. Wie sieht eine 5-Millionen-große afrikanische Metropole wie Nairobi aus? Wie riecht sie und wie ist ihre Silhouette?

 Baby-Elefanten aus dem Elefanten-Waisenhaus

Von weitem sieht Nairobi, wie New York durch den Blick vom anderen Ende des Central Parks aus. Beim Näherkommen zeigt sich der drastische Unterschied. Vorbeifahrend am zweitgrößten Slum Afrikas (der Größte ist immer noch Soveto in Südafrika) erblicken wir erst einmal kilometerweite Wellblech-Hütten, dicht aneinandergereiht, wie eine Wüste aus grauem Stein. Die Skyscraper die dahinter wie Raketen aus der Erde geschossen kommen wirken wie hingestellte und nicht abgeholte Hinkelsteine. Wir fahren durch Straßenfluchten und an Regierungsgebäuden vorbei. Es wirkt beengt - scheinbar wahllos zusammengewürfelt und überall diese krassen Gegensätze: Hier die öffentliche Uni für Jura – dort die Private. Hier das öffentliche Krankenhaus (schäbig und grau) – dort das Private (weiß und modern und durch einen Zaun gesichert) für beide Fälle gilt: In Afrika möchtest Du nicht krank werden. Höchste Sterblichkeitsrate – Malaria und immer noch HIV. Unser Tour-Guide möchte gern ein Foto von uns mit der Skyline von Nairobi im Hintergrund machen und fährt zu einem Ausflugsplateau. Ich mache mit, weil ich ihn nicht in seinem Stolz kränken möchte, aber der Himmel über der Stadt ist grau und ich bin müde und traurig, ob der gravierenden Unterschiede in dieser Stadt und möchte eigentlich nur noch noch ins „Atelier“, raus aus diesem Moloch – und in die Natur.

Nächste Woche geht es weiter durch Afrika mit dem zweiten Teil. Und im dritten und letzten Teil verrate ich euch natürlich auch noch, wo ihr diese Reise buchen könnt. Stay tuned!

 


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