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Hohe Berge: Ski, Schnee und Spaß

 

Skifahren ist Sues Leidenschaft. Als Hamburgerin nutzt sie die Zeit in den Bergen ausgiebig. Hier ihr Pistenbericht aus Lech - den Vorarlberger-Alpen.

Wenn die Tage wieder länger werden, werde ich unruhig. Dann rufen die Berge nach mir, so laut, dass ich in Hamburg Richtung Süden schaue. „Du musst rauf auf die Bretter!“, sagt mir mein Herz. Es ist mein pures Glück. So ein Herz weiß, was es will. Also ab nach Österreich.

Mir reichen ein paar Tage, die ich die Berge „raufjachte“, um dem Himmel so nah zu sein. Ich suche dann Handschuhe, Socken, Daune, Windshell, Mountain Pants, Flies, Skiunterwäsche und Oberwäsche zusammen. In den Bergen wie an der See gilt: Es gibt kein falsches Wetter nur die falsche Kleidung. Am besten viel Funktion. Das bete ich nun schon so viele Jahre, ich kann es selbst nicht mehr hören.

Für ein Hamburger Deern komme ich ganz passabel den Berg runter. Daher brauche ich diesmal etwas Fesches. Bei Strolz in Lech quetsche ich mich in alle Jethosen. Die sind nicht in der Sportabteilung, sondern gleich neben der Champagnerbar. Hier glitzert die aktuelle Ski-Mode mit den "Schampus-Schaumperlen" um die Wette und die Jacken haben alle noch einen echten Fellbesatz. Ich verliebe mich in eine sehr enge schwarze Gummiflutsche (sprich Jet-Hose) von Frauenschuh. Die ist unten herrlich 70ermäßig ausgestellt und gibt es sogar in zwei Längen. Wie Wurst in Pelle fühle ich mich, aber Baggy-Ski-Pants überlasse ich den Pisten-Millennials und Red Bull Trinkern. Eine knielange Unterhose von Falke passt auch noch drunter. Na also ist doch perfekt. Was mir jetzt noch fehlt? Ganz klar: Ein Kaiserschmarrn! Sorry, aber der passt nicht mehr rein. „Und am besten nur bei schön Wetter damit fahren“, rät mir der Verkäufer, die ist nicht wasserdicht. Also nichts für das Watt bei Kampen.

Yummy Kaiserschmarrn : Mein Hüttenglück und tägliches Essen.

Die sexy „Skihasen-Hose“ hat es gerade mal einen Tag auf den Berg geschafft. Bei minus drei Grad habe ich mir doch glatt der Hintern abgefroren. Dann doch lieber meine "ollen Kammellen" von Peak Performance, Moncler und Co, alle in Tarnfarben von dunkelbraun bis combat-oliv.

Mit Steigeisen hoch und bitte ohne wieder runter; Felle rauf und Felle runter. Ski-Touring ist eine Materialschlacht. An den scharfen Skikanten beim Fummeln an der Bindung ratsche ich mir die Hände blutig. Einen Berg zu bezwingen kostet mich Rotz und Schweiß, manchmal sogar ein paar Tränen. Die Skiunterwäsche von Odlo muss ordentlich was aushalten. Beim Hochschnaufen wird sie auf dem Siedepunkt erhitzt und muss spätestens beim nächsten „Lifting“ wieder trocken sein. Wichtig! Die Flechtfrisur bitte nicht vergessen! Das mache ich nicht zum Vortäuschen falscher Tatsachen - ich bin kein Skilehrergroupie – ich mache es, weil ich am Ende einer Skitour nicht mit zerzausten Haar-Zuckerwattebällchen unter dem Helm enden will.

Ein Aufstieg dauert ein bis zwei Stunden, je nach Tour und Kondition. Ballast und zu warme Lagen sind mein tägliches Leid und ich, die ich nie schwitze, hasse es, wenn sich kuchenwarme Feuchtigkeit ausbreitet - sich gar ein Rinsaal auf dem Rücken bildet.

Unschlagbar: Berghütten, wie kriegen die das in den Bergen hin, überall lecker Essen und trinken.

Und jedes Jahr grüßt das Murmeltier. Ich darf diesem Midlife-Crises-Pisten-Balzverhalten amüsiert zuschauen und schmunzele heimlich in mich rein. Ein jugendliches Outfit macht eben noch keinen Bergpuma. Gerade Männer in gehobenen Alter verstecken sich beim Skifahren gern in lässig bunten Ski-Klamotten. Unter dicken Skihelmen und ultracoolen Spiegel-Skibrillen hoffen sie so, ein paar Jahre wegzuschummeln und kleine Pistenhasen damit zu beeindrucken.

Da waren die Jungs aus Holland eine echte Augenweide in ihren 80er Jahre Overalls. Keine Junggesellentour, einfach nur aus Bock auf gute Laune. Nach einem ersten herzhaften Lacher fand ich die Jungs einfach authentisch und sehr symphatisch, weil sie stylish und selbstironisch aus der Masse herausstachen.

Abheben wollen sich ansonsten wirklich nur noch die Snowboardfahrer, die haben jetzt ihre eigenen Shops, wo alles von erbsengrün bis bordeaux eingetaucht ist. Eine Style Rule scheint hier wichtig zu sein, dass die Dreadlocks in der gleichen Farbe, wie die Jacken sind. Snowboarder sehen immer blass und ein wenig übernächtigt aus, vielleicht weil sie die ganze Nacht an der Auswertung ihrer GoPro-Filme sitzen?

"Auf der Alm, da gibt's koa Sünd" - Champagner gut gekühlt oder als Kerzenständer.

Während ich die Snowboarder bei ihren sit-ins aus meinem Lift betrachte, genieße ich das ganze Wimmelbild mit Bergpanorama. Ob Snowboarder oder Skifahrer uns allen vereint die Liebe zum Berg. Ich sauge diese Impressionen tief in mir auf. Ich wünschte die Berge, würden gleich hinter Hamburg anfangen. Morgens an der See und abends auf dem Berg. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.

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