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Wünsche 2021: Teil 7 - Karina Lübke

2021 steht vor der Tür. Wir haben ein paar Freunde und das SoSUE Team gefragt, was sie sich im neuen Jahr wünschen. Heute erzählt Karina Lübke worüber sie sich freuen würde.

Manchmal träume ich schlecht, tagsüber, mit weit offenen Augen. Dann kriege ich plötzlich Angst, 2020 könnte nicht ordnungsgemäß Silvester in die Geschichte eingehen, sondern würde sich, wie Donald Trump, ein paar Monate Verlängerung erklagen und erpöbeln wollen. Noch jede Menge Schaden anrichten, ehe es zum Frühsommer 2021 dann endlich beleidigt verschwinden wird - hoffentlich nicht, ohne Covid-19 und alle Viren-Updates davon mitzunehmen und gründlich in Pandoras Büchse zurückzustopfen. 

2021 tut mir jetzt schon leid. Es ist das Jüngste einer Reihe von schwer erziehbaren Sorgenkindern und soll jetzt alles wieder gut machen, was die vorherigen Jahre verbockt haben. Auf den kommenden 12 Monaten liegen die Erwartungen der ganzen Welt. Meine Wünsche an das neue Jahr sind eigentlich klein, aber scheinen dann doch so groß im Vergleich zu dem, was im letzten Jahr alles unmöglich war: Ich will ohne Zögern Freunde und Familie umarmen. Ich möchte reisen. Ich wünsche meinem Sohn ein echtes Studentenleben, mit echten Professoren und echten Mitstudenten und neuen Freunden. Er ist seit Oktober in Lüneburg eingeschrieben, wohnt aber noch bei mir zuhause in Hamburg, weil eh alles nur online stattfindet. Vorlesungen hört er sich auf dem Laptop an. Zuerst saß er dafür noch frisch geduscht und hübsch angezogen an seinem Schreibtisch, mittlerweile döst er dabei einsam zwischen Bildschirm und Chipstüte auf seinem Bett. Ich wünsche ihm und uns allen die Motivation zurück, die nur durch eine ungefähre Planbarkeit des Lebens und der Zukunft entstehen kann! 

Ich will verlässlichen Alltag und eine Gemeinschaft, die wir alle hoffentlich ganz neu zu schätzen gelernt haben. Oder zumindest eine Definition von Realität, die ich mit den meisten meiner Mitmenschen teile: Mit Vielen konnte ich mich 2020 ja nicht mal darauf einigen, wie groß ein Abstand von 1,50 Metern ist; oder dass eine Hand, die sich jemand im Supermarkt vor Mund und Nase hält, keine Schutzmaske ersetzt. Ich will klar Geradeausdenker und empathische Mitdenker, statt Querdenker. Und ich sehne mich nach kulturellen Veranstaltungen, live und mit anderen zusammen zu genießen: Konzerte, Theater, Ausstellungen, Lesungen, Kino. Zusammenhocken in Bars und Restaurants. Fußballspiele mit anwesenden Fans. Shopping in hübschen kleinen Läden, statt nur online. Ach verdammt, ich sehne mich sogar danach, unbelästigt von Corona mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren! 

Eine Sache, auf die ich mich ohne Einschränkung freue: Dass Ende Februar mein neues Buch herauskommen wird. In „Bitte recht feindlich“ erscheinen endlich alle meine monatlichen Kolumnen aus der BARBARA zusammengefasst und mit etlichen exklusiven, tendenziell männerfeindlichen, nein, frauenfreundlichen Bonustexten ergänzt. Hübsch aussehen tut es auch noch. Ich hoffe so sehr, dass wieder Buchmessen stattfinden können und ich euch daraus vorlesen kann, ohne dass sich eine von uns beim Lachen vor dem Ausstoß von Aerosolen fürchten muss.


Karina studierte erst  Design, machte ein Diplom in Mode und absolvierte dann bei Wolf Schneider die Hamburger Journalistenschule. Sie wurde anschliessend Redakteurin und Kolumnistin bei TEMPO und schrieb dann freiberuflich für einige Magazine. Ihre monatliche Kolumne "Bitte recht feindlich" in der Zeitschrift BARBARA hat eine große Fangemeinde und wird Anfang diesen Jahres als Buch erscheinen, ebenso wie ihr nächster Roman. Zwischendurch heiratete sie, zog eine Tochter und einen Sohn groß. Mehr erfahrt ihr hier.


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