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Merkel Jahre - Teil 4

 

Können wir uns ein Deutschland ohne Angela Merkel noch vorstellen? Keine Politikerin hat das Land so geprägt wie sie. Nach einer 16-jährige Amtszeit gibt die Bundeskanzlerin ihr Amt auf. SoSUE hat Gastautoren und Gastautorinnen gefragt, ob sie Lust hätten, ein paar Zeilen über sie zu schreiben. In Teil 4 unserer Serie schreibt Mia Florentine Weiss über ihre Merkel Zeit.

Von Mia Florentine Weiss

Plus:

Die Ära Merkel steht für Stabilität - Umarmung statt Ausgrenzung, Deeskalation und Umsicht.Die Flüchtlingsthematik gehört zu einer der größten humanitären Leistungen dieser Frau. Dazu fällt mir der Song zur Wahl vor zwei Jahren von Sebastian Krumbiegel ein - Die Demokratie ist weiblich - ich empfinde auch die 16 Jahre Merkel als weiblich im Sinne von gewaltfrei und diplomatisch. Für mich als Frau, eine Frau an der Spitze unseres Landes zu sehen war motivierend.

Ich denke Angela Merkel wird eine große Lücke hinterlassen, die noch lange brauchen wird, um mit dieser Substanz ausgefüllt zu werden. Sie war weder korrupt noch korrumpierbar - welcher Politiker*in kann das von sich behaupten heutzutage? Man bedenke, Sie wurde stets unterschätzt und kam als junge Frau aus dem Osten - wer hätte gedacht, dass sie die längste Kanzlerin unserer Zeit werden würde? Sie machte stets Mut statt Wut und war auf Ihre eigene Weise stets bescheiden - ich gehe jede Wette ein, dass Angela Merkel nicht ab 2022 im Aufsichtsrat einer Ölfirma sitzen wird, sondern sinnstiftende Sachen machen wird.

Am Ende lieben wir alle Angie und haben Sorge, was und wer nun nachkommen wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt - mögen neue Frauen, in wichtige Aufgaben hineinwachsen und sie genauso ausfüllen wie Angela Merkel: mit Hirn und Herz! Ich habe Angela Merkel gewählt, als Frau und Vorbild. Ich verneige mich vor Ihrer Lebensleistung für Deutschland und uns alle!

Minus:

Apropos Herz: Angela Merkel war nie über-emphatisch oder herzlich. Das hat mir immer gefehlt - keine Persönlichkeit, die den Raum beim Betreten eingenommen hat. Schlicht mag nicht schlecht sein, doch was hat Sie hinterlassen? Im Vergleich zu Willy Brandt, Adenauer oder einem Barack Obama , der an Charisma nicht zu überbieten ist? Ja, sie steht für Inhalt und Ihre Themen - als Staatsfrau hätte ich mir mehr WOW im neuen NOW gewünscht. Das Stoische, unbewegliche, eine Elefantin in der Wüste der Politik - diese Metapher habe ich oft gesehen, wenn ich an Angela Merkel bei offiziellen Anlässen gedacht habe. Dies sind nur unwichtige Observationen - was mir in der Tat gefehlt hat: Mehr Frauenwohl zu stärken! Von Menstruationstagen, an denen Frauen frei haben, Bildungspolitik, Gleichberechtigung, bis hin zur Schulthematik während Covid-19 - für mich ist Angela Merkel keine Frauen-Frau, die auch nur Ansatzweise verstanden hat, was wir Frauen im Berufsleben samt Mann & Kindern leisten. Das wünsche ich mir von der nächsten Kanzlerin: Frau sein, Frauen fordern und fördern, nicht nur reden sondern machen - und sich für Kinder & Kunst/Kultur einsetzen, denn das sind die Säulen unserer Gesellschaft

Was mich zum letzten Kritikpunkt bringt: #KUNSTISTSYSTEMRELEVANT. Davon habe ich unter Angela Merkel vor allem in der Covid-Krise nicht viel gemerkt. Schade!  Wenn Kultur stirbt, verlieren wir unser Menschsein - und unser Herz! Hermann Hesse sagte: Am Anfang aller Kunst steht die Liebe - das brauchen wir in Politik sowie ihn den Persönlichkeiten, die sie für uns ausüben: LIEBE!


 

 


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