Knuths Lost and Found - August

#Blaupause

August –  Der Horizont verschluckt ein Segelboot. Nur noch die Segel sehe ich. Nach einer Weile ist es verschwunden. Schiffe versinken und tauchen auf. Die Sonne glitzert in den Wellen. Ich starre weiter auf die Ostsee. Meine Gedanken werden Welle für Welle weggespült. Über meinem Kopf kreisen Möwen am Himmel, ihr Gekeife holen die Gedanken zurück. Ich sitze an einem Strand. Ich bin im Urlaub. Ich bin auf Usedom. Ich kann mein Glück kaum fassen.

Einen Winter, einen Frühling und fast einen Sommer habe ich meine Stadt nicht verlassen. Diese Zeit werde ich nicht vergessen. Vielen Badegästen ist es so wie mir ergangen. Hier hat jeder seine Seuchengeschichte. Und alle hier wollen sie für einen Moment vergessen, bevor die nächsten Kapitel aufgeschlagen werden.

Es kribbelt auf meiner Haut. Die Sandpanade macht sich bemerkbar. Ein Bad in der See sollte reichen, damit das Sediment dorthin zurückkehrt, wo es mal hergekommen ist.

Auf dem Weg zum Wasser stelle ich mal wieder fest, dass der Strand wohl der Ort auf der Welt ist, wo Menschen sich nicht dafür interessieren, wie du aussiehst. Meinem Bauch gefällt das und ich springe ins Wasser. Mit einem Endlich-mal-raus-Lächeln tauche ich wieder auf und lass mich treiben. Ein Sommer am Strand wäre die Blaupause für mein Leben, denke ich. Solche Murmeltiertage würden mir gefallen. In meinen Ohren gluckert das Wasser, ich hole Luft und dann tauche ich wieder ab, denn unter dem Meer ist es schön.

Als ich nach Hamburg zurückkam, empfing mich ein Saharasommer. Im nächsten Jahr brauche ich auf jeden Fall mehr Shorts. Was mich im Strandkorb und auf Balkonien begeistert hat, könnt ihr jetzt in meinem Throwback nachlesen. Viel Spaß.


 

Hollywood

 

Die Netflix-Miniserie Hollywood zeigt Nachwuchsschauspieler und Talente auf ihrem Weg zum Ruhm in der goldenen Ära der 40er-Jahre. Natürlich ist in der Traumfabrik nicht alles aus Gold: Rassismus, Chauvinismus, Machtgeilheit und Gier in jeder Szene. Ein Babylon in Technicolor. Am Ende siegt das gute Hollywood, wie wir es uns fernab von Harvey Weinstein schon immer wünschten.

 Hollywood - jetzt auf Netflix

 


 

Die Scham

 

 

Die Scham der Herkunft kann schmerzvoll sein, besonders, wenn ein Mensch aus proletarischen Verhältnisse stammt. Zu viele soziale und kulturelle Demütigungen müssen ausgehalten werden. Die Sprache, die Kleidung, die Bildung verrät, woher du stammst, selbst ein Masterstudium oder ein Chanel-Kostüm können die feinen Unterschiede zwischen „Downstairs“ und „Upstairs“ nicht verbergen. Annie Ernaux beschreibt ihre Demütigungen und Unsicherheiten mit einfachen Worten. Gleich der erste Satz fesselte mich: „An einem Junisonntag am frühen Nachmittag wollte mein Vater meine Mutter umbringen...“

Die Scham – Annie Ernaux, Suhrkamp, 111 Seiten

 


 

Simon Garfunkel – The Concert in Central Park

 

 

Konzerte, wie wir sie vermissen. Gut, dass es Aufzeichnungen von legendären Auftritten gibt. Sie sind ein kleiner Trost. Aktuell in der ARTE Mediathek das Simon Garfunkel Konzert im Central Park aus dem Jahr 1981. Ich selbst habe damals als Jugendlicher nicht viel davon mitbekommen. Ich war zu sehr mit diesem Popper-Mod-Ted-Punk-Wirrwarr beschäftigt. Erst später habe ich das Folk-Duo für mich entdeckt. Das Konzert ist wie eine „Bridge Over Trouble Water“. Ich wäre gerne dabei gewesen.

Simon Garfunkel, Tne Concert in Cenrtal Park – ARTE Mediathek

 


 

Safe in the City – Plan International

 

Wenn ich als Mann durch eine dunkle Straße laufe, mache ich mir keine Sorgen. Bei Mädchen und Frauen ist das anders, weil sie ständig Angst vor Übergriffen, Beschimpfungen und Belästigungen haben. Der Bericht zur gefühlten Sicherheit von Mädchen und Frauen machte mich mal wieder sprachlos. Nach Plan hat jede vierte Frau in ihrer Stadt schon einmal eine sexuelle Belästigung erlebt. Allein in Hamburg fühlen sich 85 Prozent der befragten Frauen unsicher, selbst in der Sauberstadt München sind es noch 77 Prozent. Was stimmt bei uns Männern nicht? Es muss sich etwas ändern. Dringend.  

Safe in the City, Plan International, den ganzen Bericht könnt ihr als PDF downloaden

 


 

Little People, Big Dreams

 

An Kinderbüchern schätze ich, dass sie komplexe Dinge einfach erzählen können. Sie bringen Dinge einfach auf den Punkt. Besonders gut gelungen ist das der Kinderbuchreihe „Little People, Big Dreams“. Hier werden Persönlichkeiten vorgestellt, die schon als Kinder wussten, was sie wollten. Für meine kleine Nichte habe ich die Bürgerrechtlerin Rosa Parks, weil Nein-Sagen zum Leben dazugehört und den Boxer Muhammad Ali ausgewählt, weil er einfach der Größte ist.

 Little People, Big Dreams – Kinderbuchreihe mit diversen Persönlichkeiten u.a. David Bowie, Coco Chanel, Jane Austen, Insel Verlag

 

 

 

 

 

 


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