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Flutkatastrophe: Helfen und Wein trinken

 

Im Juli wütete eine Sintflut im Westen von Deutschland. Es ist eine schreckliche Katastrophe. Besonders von der Flut getroffen: das Ahrtal. Hier gab es viele Opfer und massive Zerstörung. Zu den Betroffenen gehört auch das Weingut „Jean Stodden“. Ihr könnt es unterstützen, in dem ihr das Flutpaket SolidAHRität“ bei ihnen bestellt. Es enthält Weinflaschen mit erlesenen Sorten, die das Hochwasser übrig gelassen hat.

Vor wenigen Tagen schrieb mir eine Leserin aus dem Ahrtal und bat mich, ob ich in meiner Rubrik Lost & Found, ein Weingut vorstellen könnte, das von der Flutkatastrophe hart getroffen wurde. Ich habe sofort zugesagt.

Noch immer bin ich fassungslos, wenn ich die Bilder sehe. Und jetzt zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung. Zahlreiche Einsatzkräfte und freiwillige Helfer arbeiten noch in dem Gebiet. Es wird Monate, wenn nicht Jahre dauern bis wieder Normalität herrscht. Laut eines Berichts des SWR ist besonders die Landwirtschaft schwer betroffen. „Allein in den Weinbaubetrieben an der Ahr wurden demnach Schäden von 110 Millionen Euro verursacht, bei den Winzergenossenschaften an der Ahr sind es rund 50 Millionen Euro.“

Ich habe mich dann mit Britta Stodden in Verbindung gesetzt. Sie und ihr Mann Alexander Stodden führen den Traditionsbetrieb. In einem kleinen E-Mail-Interview, das ich mit ihr geführt habe, beschreibt sie kurz ihre Situation.

Liebe Britta, du und dein Mann seit Winzer, euer Rotweingut Jean Stodden liegt im Ahrtal und ihr seid von der Flut besonders schwer betroffen. Wie ist die aktuelle Situation?

Wir blicken nach vorn! Wie heißt es so schön, wir sind Unternehmer - nicht Unterlasser! Also heißt es auch hier, die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Nach Schlammschippen, Aufräumen und Flaschen putzen, kommt nun ein wenig Alltag wieder. Wir haben uns ein wenig aufgeteilt, mein Mann übernimmt den Betrieb, die Koordination der Mitarbeiter und der Weinberge. Ich habe mich ins Büro zurückgezogen und versuche uns wieder geschäftsfähig zu machen. Man bzw. Frau wird sehr erfinderisch. Wir haben bei Freunden ein Speditionsaußenlager angelegt, bei anderen Freunden eine Paketanlieferungsstelle, da wir ja nur über Waldwege erreichbar waren und uns niemand anfährt. Wir werden nicht beliefert. Laptop, Hotspot vom Handy, Strom vom Aggregat war meine Büroausstattung.

Das Weingut hat dein Mann von seinen Eltern übernommen, was ist euer Schwerpunkt?

Unser Schwerpunkt liegt definitiv auf dem Spätburgunder. Kühle, schlanke Weine, die in ihrer Eleganz nicht zu toppen sind. Ja, man könnte sagen, der Pinot Noir ist der Hanseat unter den Rotweinen! Wir sind die fünfte Generation und gehören zur deutschen Spitze der Rotweinproduzenten. Die sechste Generation steht in den Startlöchern und für uns ist das die beste Motivation, hier wieder alles aufzubauen: Im Einklang mit der Natur, Rotwein zur Vollendung zu bringen ist unsere Philosophie. Ok, die letzten Wochen waren wir nicht so im Einklang, aber das kommt schon wieder. Sowohl der Opa, der Vater als auch mein Mann sind bekannt für Ihren Dickkopf und ich bin sehr zuversichtlich, dass uns auch in dieser Situation das etwas andere Denken hier wieder nach vorn bringen wird. Damals waren wir die Pioniere, die deutschen Rotwein im französischen Stil ausbauten. Die Qualität und harte Arbeit wird sich immer durchsetzen.

Wie läuft die Hilfe an?

Wir haben in den letzten Wochen Großartiges erlebt. Nicht unbedingt von offizieller Seite, aber die Hilfsbereitschaft der Menschen ist unbeschreiblich. Fremde Menschen haben sich zu uns auf den Weg gemacht, um uns zu helfen. In einer Nacht hat zum Beispiel ein Trupp junger Bauern aus dem Westerwald mit Ihren Traktoren einfach mal unsere Straßen freigeräumt, Helfer kamen mit Schaufeln und wir standen Seite an Seite und haben die Keller leer geräumt.

Elektriker haben in ihrem Urlaub unsere Maschinen repariert, Kanalreiniger haben unsere Kanäle vom Schutt befreit, Baggerfahrer, LKW-Fahrer, alle freiwillig. Bevor die erste offizielle Hilfe eintraf, hatte das private Netzwerk schon soviel gerockt, ich kann immer nur wieder sagen, es ist unglaublich. So schlecht, wie es ihr immer nachgesagt wird, ist unsere Gesellschaft gar nicht.

 

Britta Stodden und ihr Mann Alexander bei Aufräumarbeiten im Weinkeller. "Es blutet einem das Herz, wenn man seine Fässer in den Abfluss leeren muss. Wir werden in unseren Keller mit 25 Fässern wieder ganz neu anfangen."

 

Mittlerweile habt ihr einen Überblick über die Schäden, wie lange wird es dauern, bis ihr wieder ein normaler Winzerbetrieb seid?

Es gibt ein Sprichwort unter Winzern. Man sollte immer einen Jahrgang im Weinberg, einen im Keller und einen auf der Flasche haben, dann kann Dir nichts passieren. Wir haben von unseren 8,7 Hektar Weinberg, etwa 1,2 Hektar in den Fluten verloren. Von dem Jahrgang 2020, der im Keller liegt, haben wir von 165 Fässern etwa 20 noch retten können und naja die Flaschen verkaufen wir jetzt gerade. Es trifft uns hart, weil es nicht nur das Gebäude, unseren Maschinenpark, sondern auch noch den Ertrag der Folgejahre zunichtegemacht hat. Die verlorenen Rebflächen werden erst in 5 bis 10 Jahren wieder Ertrag bringen. Es blutet einem das Herz, wenn man seine Fässer in den Abfluss leeren muss. Wir werden in unseren Keller mit 25 Fässern wieder ganz neu anfangen.

Unsere Leserinnen und Leser können euch unterstützen, indem sie bei euch ein Flutpaket „SolidAHRität“ mit Wein bei euch kaufen. Was ist in dem Paket drin?

Wir verkaufen unsere Flaschen, die im Wasser gelegen haben, der Inhalt ist einwandfrei. Allerdings sehen die Flaschen nicht mehr sauber und unversehrt aus. Die Etiketten sind kaputt und die Flaschen teilweise noch dreckig. Jedes Paket enthält einen Mix unserer Weine und Qualitäten. Jedoch ist mindestens einer unserer TOPWEINE drin, ein VDP:GROSSES GEWÄCHS oder unsere Lange Goldkapsel oder unsere Alten Reben. Das Paket verkaufen wir für 250 Euro und spenden pro Paket 10 Euro an den Wiederaufbau unseres historischen Ortskerns. Wir sind in diesem Ort großgeworden, es ist unsere Heimat und die Heimat unserer Kinder. Von 223 sind 143 Häuser in der Nacht der Flut zerstört worden. Die historische Brücke, die beide Ortsteile miteinander verbindet, konnte dem Wasser nicht standhalten.

Wenn ihr Lust auf einen edlen Tropfen habt und etwas Gutes tun wollt, dann holt euch das Flutpaket „SolidAHRität“ des Weingutes „Jean Stodden“. Ihr helft nicht nur der Familie Stodden, sondern ihr unterstützt auch den Wiederaufbau in der Region. Das Flutpaket könnt ihr direkt auf ihrer Website beim Weingut bestellen (nur hier). Klickt mal auf dem Link. Ihr dürft den Artikel auch gerne teilen. Danke für eure Mithilfe.

 

 

 


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