Monochrome Monday: Cognac

Schöner kann die Woche nicht starten als mit dem Monochrome Monday. Hier findet ihr jeden Montag einen Lieblingslook von mir - Ton in Ton. Wie wir darauf gekommen sind? Ganz einfach: Montags brauchen die Style-Gene immer etwas länger um in Fahrt zu kommen - im Komplett-Look einer Farbe starten wir entspannter und mit Konzept in die Woche.


„Noch ein kleines Cognäckchen gefällig?“, säuselte meine Omi, wenn ihre Besucher gerade gehen wollten. Damit war klar: Jetzt heißt es Sitzfleisch aktivieren und den alten Geschichten lauschen  - von früher; von den schweren aber auch schönen Zeiten. Ihr Blick wurde dann meist ganz verklärt und ich fragte mich, ob es an der Sentimentalität der Erinnerung oder dem gold-kupfer-schimmernden Cognac lag.

Diesen Monochrome Monday Look in Cognac widme ich also meiner Omi und ihren Geschichten. Und nicht nur weil sie gern einen Cognac wegzwitscherte, sondern weil es diese Farbe auch in ihrem Eichenholz-Kleiderschrank gab. „Lucia“ hieß ihre Lieblingsmarke in den späten 70igern und ich erinnere mich gut an ein Ensemble aus Rock und Blazer mit passenden Queen-Elisabeth-Pumps in leuchtendem Cognac. „Das passt so schön konträr – „Cointreau“ zu meinen silbergrauen Haaren“, sagte sie dann und zwinkerte mir aufmunternd zu. Sie hatte einen guten Eigenhumor und den Schalk im Nacken (wie man so sagte) und ich war gern in ihrer Nähe und eine gute Zuhörerin. Sie hatte über viele Dinge so ihre eigene Theorie. Auch über Farben: „Wenn man auf dem Kopf grau wird, muss es Untenrum gern leuchten“...um nur mal eine Kleider-Weisheit zu nennen. Sie trug auch gern Lila mit Flieder – aber das ist eine ganz andere Geschichte.

In jedem Fall stach sie mit diesem rostigen Cognac immer aus der Menge raus und ich erkannte sie schon von weitem, wenn ich aus der Schultür stürmte. „Bloß schnell weg, bevor mich die anderen mit der cognacfarbenen Omi sehen“, dachte ich dann und ließ mir schnell eine Ausrede einfallen, warum wir ganz schnell nach Hause mussten. Ich war in dieser vorpubertären Phase, wo mir fast alles peinlich war. Heute denke ich voller Rührung an diese Momente zurück, wie sie so da stand in ihrem Kostüm und farblich so wunderbar mit dem ockerfarbenen Herbstlaub verschmolz.

Ich habe zwar kein Kostüm um dem Look meiner Omi gerecht zu werden, dafür aber einen tollen Leder-Bomber in Cognac von Fassbender, eine Anzughose von Acne, einen Mohair-Pulli (Isabel Marant) nebst Stiefeletten und Tasche von Celine. Damit geht’s jetzt raus, die letzten spätherbstlichen Blätterhaufen suchen und ein paar wärmende Sonnenstrahlen erwischen. Dabei denke ich an meine Omi – und das zaubert mir fast, wie von selbst, ein Lächeln auf’s Gesicht. Und später trinke ich vielleicht sogar noch ein Cognäckchen und stoße in Gedanken mit ihr an. Salute und Stay tuned – Eure SoSue

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