Bon Voyage: Usedom – Urlaub in den Kaiserbädern

Weil ein Jahresurlaub unserer Autorin Isabel nicht genügt, packt sie für gewöhnlich aller paar Wochen ihre Taschen und Koffer, um neue Orte zu entdecken. Manchmal auch nur für eine Nacht – egal. So lässt sich Fernweh eben auch ganz gut stillen. Wo es zuletzt hinging, was sich lohnt und was nicht, verrät sie in “Bon Voyage”.

 


 

Von Isabel Sophie Möller

Kennt ihr das: Manchmal muss es eben Meer sein. Traditionell geht es bei mir immer über Pfingsten an die See – doch dieses Jahr nicht. Der Ausflug fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – oder eben irgendwie auch nicht. Egal, meine Meer-Sehnsucht hole ich dann eben im Hochsommer (aka jetzt) nach.

Problem: Dank meines doch recht spontanen Impulses zu Verreisen fehlte mir die Zeit zum aufwendigen Organisieren. Flüge und stundenlange Zugreisen sind also ausgeschlossen. Sylt ist mir zu teuer und die Nordsee ohnehin zu rau. Der Vorschlag meiner Mutter: “Probiere es doch mal mit Heringsdorf, da hast du dich schon als Kind so wohlgefühlt.” Ganz nach dem Motto “Mama weiß es besser” buchte ich also eine fünftägige Reise an die Ostsee. Ahoi!

Pssst: Wer doch fliegen möchte: In Heringsdorf befindet sich tatsächlich ein Flughafen. Ich war erstaunt, wie viele Gäste aus Bern, Frankfurt, Stuttgart oder Kassel die Anreise in der Luft hinlegten.

Where to stay: Dekadent Absteigen im altehrwürdigen Seeheilbad

Wer meine erste Kolumne gelesen hat, der weiß: Ich mag den Flair vergangener Tage. Kein Problem in Heringsdorf – nicht umsonst wurde das Örtchen früher als “Nizza des Ostens” bezeichnet. Von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen über Kaiser Wilhelm I., die Brüder Mann, Leo Tolstoi oder Theodor Fontane suchten hier einige hochrangige Mitglieder der damaligen High Society Erholung. Warum also nicht auch ich? Nun gut, Spaß beiseite. Trotzdem: Meine Erwartungen sind hoch. Sehr hoch.

Mein erster Eindruck fiel (ein Glück!) positiv aus. Enorm positiv. Lange, saubere Straßen, an denen sich Gründerzeitvillen säumten. Die Schönste von allen: die Villa Hintze.

Das traumhafte Gebäude ist ein wahres Paradebeispiel für die – für Usedom so typische  – Bäderarchitektur des späten 19. Jahrhunderts. Früher einmal ein Pensionat für gehobene Töchter, befinden sich im Inneren heute Ferienappartements. Spoiler: Leider ist die Villa nicht meine Unterkunft. Doch beim morgendlichen Spaziergang lasse ich es mir nicht nehmen, dieser Architektur-Perle täglich “Guten Morgen” zu sagen.

Denn: Meine Unterkunft befindet sich in der gleichen Hood. Ich nächtige im Strandhotel Heringsdorf, wo Hunde erlaubt sind (Say Hello to Bichon Frisé Teddy). Kontrastprogramm zur Villa Hintze, da extrem modern und clean, dennoch aber sehr ansprechend. Extra Pluspunkte gibt es für das herrliche Frühstück, die tolle Dachterrasse, das enorm aufmerksame Personal (das einem sogar mit Namen anspricht) und den herrlichen Pool. Denn ja: Trotz, dass ich Urlaub am Meer mache, weiß ich die Vorteile eines wohltemperierten Pools zu schätzen. Sorry not sorry.

 

Places to be

Mein erster Weg führte mich – in typischer Touri-Manier – zur Seebrücke. Kleines Angeberwissen, falls jemand hier mal bei “Wer wird Millionär” auf dem heißen Stuhl sitzen sollte: Mit 508 Metern handelt es sich um die längste Seebrücke Kontinentaleuropas.

Die Seebrücke ähnelt einer kleinen Flaniermeile mit zahlreichen Verweilmöglichkeiten und kleinen Läden. Der Italiener “Ponte Rialto” am Kopf der Brücke ist wirklich zu empfehlen. Vor allem die hausgemachten Pastagerichte und das Eis. Oh ja, das Eis … Touri-Hotspot hin oder her. Aber auch ein paar Meter abseits lässt es sich in zahlreichen Strandbars gut leben und speisen.

Naschkatzen empfehle ich einen Abstecher nach Bansin zum Café “Schloon Idyll”. Im Hotel versicherte man mir, dass es sich hier um einen absoluten Geheimtipp handle. Ob Insider hin oder her: Kulinarisch war das Angebot deliziös. Probiert unbedingt die täglich hausgemachten Tortenkreationen!

Wer auf Usedom gern regional und traditionell speisen möchte, dem sei die “Pommersche Fischstube” in Heringsdorf ans Herz gelegt. Als großer Fisch-Esser habe ich mich an den Matjestopf nach "Fischstubenart" mit Äpfeln, Zwiebeln, Lauchstreifen und Röstkartoffeln herangewagt (12,90 Euro) und wurde nicht enttäuscht. Für ein gemütliches Abendessen am besten einen Tisch auf der Terrasse reservieren. So kann man dem bunten Treiben auf der historischen Dünenstraße nachhängen.

Heringsdorfer To-Do: Flanieren, flanieren, flanieren.

Was ich am liebsten während meiner fünftägigen Ostsee-Erholung gemacht habe? Spazieren. Oder sagen wir doch lieber “flanieren”. Das trifft es besser.

Natürlich kann man am bekannten weißen Sandstrand entlangschlendern. Der erstreckt sich von Ahlbeck über das Heringsdorfer Zentrum bis nach Bansin. Ich ziehe aber die Promenade vor. Hier kommt man an herrschaftlichen Villen, Restaurants, Cafés und kleinen, charmanten Boutiquen vorbei. Die für Heringsdorf typischen weißen Villen sind geschmückt mit Säulen und zahlreichen Stuckelementen.

 

Mein Tipp für Architektur-Liebhaber: Unbedingt die Villa Oppenheim und die Villa Auguste Viktoria besuchen. Letztere wurde einst zu Ehren der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria erbaut und gilt auch heute noch als schönste Villa von Usedom. Heute befinden sich im Inneren ein Hotel und Café.

In der ebenfalls sehr prachtvollen Villa Oechsler ist die wirklich gut ausgestattete Boutique “Maison Vogue“ untergebracht. Geschichte, Architektur im griechisch-römischen Stil und Mode: Ein Shopping-Besuch lohnt sich!

Wer von kilometerlangen Spaziergängen, Shoppen und Essen eine Auszeit braucht, der sollte unbedingt noch einen Abstecher in die Ostsee Therme Usedom machen. Tipp: Dank der Kurkarte (Kurtaxe kostet zwischen 0,50 – 3,00 Euro pro Tag) gibts ermäßigten Eintritt. Auch für Kinder ein Highlight!

 

Heringsdorf: Großes Kino

Und nun mein Lieblings-Tipp: Ob Filmfan hin oder her: Wer sich Ende Juni bis Anfang September auf Usedom aufhält, der sollte sich auf GAR KEINEN FALL das Kaiserbäder Open Air Sommerkino an der Seebrücke Heringsdorf entgehen lassen. Habt ihr gehört: Auf GAR KEINEN FALL verpassen!

Ich persönlich bin ein großer Freund von Freiluft-Kinoabenden, aber eins sei gesagt: Gute Filme, ein kühler Weiswein in der Hand UND Blick aufs Meer: Mehr Urlaub geht nicht.

Packing List

Das Wetter an der Ostsee gilt als unbeständig – wovon ich nichts mitbekommen habe. Anfang Juli hatte ich wirklich Glück und bekam das volle Programm Sonne ab. Umso dankbarer war ich wieder einmal für meinen absoluten Beauty-Liebling: das leicht getönte “Invisible Fluid LSF 50+” von La Roche-Posay.

 

Ebenfalls mit im Gepäck: Mein SoSue-Pullover “Antonia” in Weiß. Ob abends übers Slipdress geworfen, zu Denimshorts oder 70ies-Hose: Ich fühlte mich herrlich maritim und immer genau richtig angezogen. Ein modischer No-Brainer – das brauche ich im Urlaub.

Geshoppt

 

In Heringsdorf und Ahlbeck habe ich mich mit Musselinkleidern und -blusen in sämtlichen Farben eingedeckt. Schwarz (siehe Foto), Cremé, Pink, Rosa, Orange, Lilac … kurz: Ich bin wohl erstmal gut ausgestattet. Außerdem: Die Schätzchen sind perfekte Koffer-Teile für den nächsten Ausflug, da ich sie nicht bügeln muss.

Außerdem – wie sollte es anders sein – durften im Urlaub auch wieder einige Bücher mit. Ein Must-Do für mich auf jeder Reise: Durch kleine, fremde Bücherläden stöbern. Dieses Mal (endlich) gekauft: Die BookTok-Trends “Die sieben Ehemänner der Evelyn Hugo” sowie “Daisy Jones & The Six” von Taylor Jenkins Reid. Beide Bücher sind bereits ausgelesen und wärmstens zu empfehlen!

Neuentdeckung

Während meiner langen Spaziergänge hatte ich endlich mal Zeit, meine liebsten Podcasts zu hören. Meine Top 3: “Reich, schön, tot”, “Starke Frauen” und “Mord am Mittelmeer”. Gut … bei Letzterem passt die Location nur fast, trotzdem lässt es sich mit Meeresrauschen im Hintergrund gleich viel besser lauschen und entspannen. Wie gesagt: Manchmal muss es eben Meer sein.

In diesem Sinne: Genug geschnackt – Tschüss ihr Lieben und Bon Voyage!

Eure

Isabel

 


 

Isabel Sophie Möller ist Journalistin für TV, Print und Online. Genauso ungern, wie sie sich für eine Plattform für ihren kreativen Output entscheidet, lässt sie sich auf ein Thema zum Schreiben festnageln. Mode oder Beauty? VIPs oder Royals? Bücher oder Netflix? Food oder Reisen? Man kann doch an alles sein Herz und seine Gedanken verschenken. Das macht sie auch – am liebsten in ihrer Reise-Schrägstrich-Lifestyle-Kolumne “Bon Voyage”, in der sie ihre Leser monatlich mit auf eine ihrer Entdeckungstouren nimmt. Mehr von Isabel gibt es auf ihrem Instagramaccount @the_italian_bazaar 

 


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